NeuroVitalis

NEUROvitalis – Raumkognition (Stadtplan)

Trainingsziel

Unter räumlicher Orientierung werden die Fähigkeiten zur Orientierung, Exploration und Handlung im Raum zusammengefasst. Räumliche Orientierung beinhaltet elementare Funktionen wie z.B. die visuelle und auditorische Lokalisation, Informationen über die eigene Körperposition bzw. den eigenen Standort im Raum, räumliches Wissen, räumliche Aufmerksamkeit, den Abgleich räumlicher Koordinaten aus verschiedenen Sinnessystemen sowie die Verwendung aktuell wahrgenommener oder gespeicherter räumlicher Informationen zu konstruktiven Zwecken (z.B. Zeichnen, Bauen). (Quelle: Leitlinie Raumkognition)

Visuokonstruktive Leistungen

Das Training “Stadtplanspiel” dient vor allem der Verbesserung von Raumwahrnehmung und visuokonstruktiven Leistungen.

Im ersten Teil der Aufgabe wird ein Stadtplan aus passenden Elementen zusammengesetzt. Dieses Training hilft Betroffenen:

  • bei der manuellen Konstruktion von Länge,
  • beim Umgang mit Größe und Orientierung von Formen oder Formelementen,
  • bei räumlichen Beziehungen von Formelementen innerhalb einer Figur oder eines räumlichen Bezugssystems und
  • beim Umgang mit Dreidimensionalität von Formen und Objekten.
Visuelle Orientierung

Patienten mit einer gestörten visuellen Orientierung im zweidimensionalen Raum verlieren sich sehr häufig auf einer komplexen Reizvorlage (z.B. Stadtplan). Das okulomotorische Abtasten solcher Reizvorlagen ist durch die fehlende Übereinstimmung des Blickbewegungsmusters mit der räumlichen Struktur der Vorlage gekennzeichnet. Die Beeinträchtigung der visuellen Orientierung und Navigation im dreidimensionalen Raum, in bekannter oder neuer Umgebung oder auf Landkarten wird auf den Verlust räumlichen bzw. geographischen Wissens zurückgeführt.

Im zweiten Teil des Trainings wird die visuelle Orientierung geübt. Der Übende wird sich Blickbewegungsmuster aneignen, um den kürzesten Weg vom Start zum Ziel zu finden.

Aufgabenbeschreibung

Die Aufgabe besteht aus zwei Teilen:

  1. Der unvollständige Stadtplan soll vervollständigt werden.
  2. Es soll der kürzeste Weg vom Start zum Ziel geplant werden.

Vorgegeben wird ein Stadtplan. Es existieren Pläne in verschiedenen Komplexitätsstufen (abhängig vom Schwierigkeitgrad).

Teil 1: Stadtplan vervollständigen

In dem Stadtplan fehlen einige Teile. Die fehlenden Teile sollen in den Stadtplan eingefügt werden.

Für niedrige Stufen:  Die  Auswahl der einzufügenden Karten wird am Rand vorgegeben. Die Teile müssen nicht gedreht werden, um sich in den Plan einzufügen (Drehung erfolgt automatisch). Der Anwender zieht die Teile vom Rand in die Lücken des Plans.

Für höhere Stufen:  Wie Teil 1, allerdings müssen manche der Karten gedreht werden, um sich in den Plan einzufügen. Das Drehen der Ausschnitte erfolgt, bevor oder nachdem diese in das freie Feld des Plans gezogen werden. Dies geschieht durch Antippen / Anklicken, jeweils um 90 Grad. Ist der Plan richtig gelegt, sodass alle Wegekarten korrekt miteinander verbunden sind, folgt Teil 2 der Aufgabe.

Teil 2: Kürzesten Weg finden

Im Stadtplan sind Sehenswürdigkeiten zu sehen. Auf dem Weg vom Start zum Ziel sollen alle Sehenswürdigkeiten besucht werden.

Es wird eine Figur und eine Zielfahne an beliebiger Stelle in den Plan eingeblendet. Aufgabe ist es, die Spielfigur auf kürzestem Wege über alle Sehenswürdigkeiten bis zum Endzielpunkt zu führen.

In höheren Schwierigkeitsstufen werden einzelne Streckenabschnitte als Einbahnstraßen deklariert. Diese dürfen nur in einer Richtung begangen werden. Die Einbahnregelung gilt jeweils bis zur nächsten Wegkreuzung. Die Einbahnstraßenpfeile werden nach Vervollständigung des Stadtplans  eingeblendet.

Haben Sie nicht den kürzesten Weg benutzt, wird dieses vom Programm zurück gemeldet. In diesem Fall haben Sie einen erneuten Versuch, um den kürzesten Weg zu finden.

Ablauf

Wählen Sie im Startfenster für alle Therapieprogramme den Bereich “Alle Übungen”, dann die Karteikarte “NEUROvitalis”. Hier klicken Sie das Training “Raumkognition – Vita Space” an.

Es erscheint ein Fenster zur Auswahl des Schwierigkeitsgrades und der Trainingsdauer.

Schwierigkeitsgrad

Damit sich der Trainierende nicht selbst überfordert, beginnt das Training in einem niedrigen Schwierigkeitsgrad. Alle anderen Level sind mit einem Schloss verschlossen, das durch Lösen der vorherigen Aufgabe geöffnet werden muss.

Möchte ein Therapeut Schwierigkeitsgrade überspringen, kann er im Menü “Patient -> Bearbeiten” die Option “Therapeut kann alle Level starten” einschalten.

Trainingsdauer

Im Allgemeinen wird eine Trainingsdauer von 20 Minuten empfohlen. Ein zu langes Training führt zum Nachlassen der Aufmerksamkeits-Leistung, der Patient macht Fehler und wird frustriert.

Bei stark Betroffenen sollte die Trainingsdauer z.B. auf 10 Min. verkürzt werden (Aufmerksamkeits-Spanne). In diesem Fall sind mehrere Sitzungen am Tag sinnvoll.

Therapiefortschritt

Der Therapiefortschritt wird automatisch gespeichert. Eine neue Sitzung wird in der Schwierigkeit fortgesetzt, in der die letzte Sitzung endete.

Verschiedene Ansichten über den Therapieverlauf bietet das Fenster “Ergebnisse” (Schalter unten im Fenster “Therapiemodule”).

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