NeuroVitalis

NEUROvitalis – Gedächtnis (Kategorienmemory)

Trainingsziel

Das Training übt das kurz- und mittelfristige Gedächtnis für bildliche Inhalte.

Über die Zuordnung von Begriffen zu Oberbegriffen wird gleichzeitig das semantische Gedächtnis verbessert.

Wichtige Prozesse

Bei der Bildung von Erinnerungen unterscheidet man zwischen drei wichtigen Prozessen.

  • Enkodierung
  • Speicherung/Konsolidierung
  • Abruf
Enkodierung

Die Enkodierung ist die Übersetzung der Informationen aus der Außenwelt (oder des Körpers) in einen neuronalen Code, sodass das Gehirn diese Informationen lesen kann. Darunter wird auch verstanden, dass die Information im Gedächtnis repräsentiert, aber noch nicht dauerhaft gespeichert ist.

Je mehr der Patient mit Strategien arbeitet, desto erfolgreicher ist der Enkodierungs-Prozess.

Gedächtnis-Strategien können mit dem HeadApp-Programm “Learn It” eingeübt werden.

Konsolidierung

Unter Konsolidierung versteht man Prozesse im Gehirn, die zu einer dauerhaften Speicherung von Informationen führen. Dabei werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die die zu einer Episode gehörenden Informationen verarbeiten, verstärkt. Dadurch bilden sich Netzwerke von Nervenzellen aus, welche die zu einer Erinnerung gehörenden Informationen gespeichert haben.

Wenn wir häufig mit einer Aufgabe arbeiten und diese am darauffolgenden Tag wiederholen, so werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die für die Verarbeitung dieser Information zuständig sind, verstärkt. Werden ähnliche Informationen hinzugefügt, so werden Netzwerke zwischen den dazugehörigen Nervenzellen geknüpft.

Abruf

Der Abruf von gespeicherten Informationen aus dem Gedächtnis kann bewusst oder unbewusst geschehen. Wird man nach einem Tier, das bellt, gefragt und antwortet „Hund“, so ist das ein bewusster Abruf. Kommt man jedoch auf einen Hinweisreiz ,wie ein Bild des Apfels, auf den Gedanken an andere Obstsorten, so ist das ein unbewusster Abruf.

Aufgabenbeschreibung

Das Spielprinzip ist das eines Memory-Spiels. In der Mitte liegt ein Spielstapel mit einer pro Schwierigkeitsstufe festgelegen Anzahl von Oberbegriff-Karten. Die oberste Karte ist aufgedeckt.  Darum herum sind – abhängig von der Schwierigkeitsstufe – eine unterschiedliche Anzahl von Bildmotiv-Karten verdeckt ausgelegt.

Eine der ausgelegten Karten wird aufgedeckt. das Programm prüft, ob diese zu dem Oberbegriff passt (z.B. Oberbegriff Beruf, Motiv Briefträger).

In den Stufen 1 – 9 sind Oberbegriffe und Motive, die zusammengehören, mit der gleichen Farbe umrandet. In höheren Spielstufen gibt es keine farbige Umrandung.

Bei passenden Karten wird das Kartenpaar entfernt. Passen die Karten nicht, bleibt die mittige Karte offen liegen (Stufe 1 – 15) oder die mittige Karte wird ausgetauscht (ab Stufe 16). Die ausgelegte Karte wird wieder verdeckt. Der Spieler versucht es erneut, bis ein Kartenpaar gefunden wurde. In diesem Fall wechselt  die Karte in der Mitte und es wird ein neuer Oberbegriff vorgegeben.

Ab Stufe 10 werden die gefundenen Karten durch neue ersetzt, so dass immer die gleiche Anzahl von verdeckten Karten vorzufinden ist.

Ab Stufe 19 werden zunächst eine Minute lang alle Karten offengelegt. Die Dauer des Einprägens wird durch einen Zeitstrahl angezeigt.
Nach dem Einprägen soll – wie bisher – eine passende Karte zum Oberbegriff gefunden werden. In einem zweiten Schritt soll der Nutzer angeben, welche Karte er sich anfangs eingeprägt hat (verzögerter, überlagerter Abruf von Gedächtnisinhalten).

Eine Spielrunde ist beendet, wenn zu allen Oberbegriff-Karten ein Motiv gefunden wurde. Bei Nicht-Lösung wird die Oberbegriff-Karte erneut unter den mittleren Stapel gelegt, sodass diese im Spiel bleibt.

Nach einer festgelegten Anzahl von Spielrunden, die innerhalb einer definierten Zeit beendet werden, wird die Aufgabenschwierigkeit erhöht.

Ablauf

Wählen Sie im Startfenster für alle Therapieprogramme den Bereich “Alle Übungen”, dann die Karteikarte “NEUROvitalis”. Hier klicken Sie das Training “Gedächtnis – Vita Mem” an.

Es erscheint ein Fenster zur Auswahl des Schwierigkeitsgrades und der Trainingsdauer.

Schwierigkeitsgrad

Damit sich der Trainierende nicht selbst überfordert, beginnt das Training in einem niedrigen Schwierigkeitsgrad. Alle anderen Level sind mit einem Schloss verschlossen, das durch Lösen der vorherigen Aufgabe geöffnet werden muss.

Möchte ein Therapeut Schwierigkeitsgrade überspringen, kann er im Menü “Patient -> Bearbeiten” die Option “Therapeut kann alle Level starten” einschalten.

Trainingsdauer

Im Allgemeinen wird eine Trainingsdauer von 20 Minuten empfohlen. Ein zu langes Training führt zum Nachlassen der Aufmerksamkeits-Leistung, der Patient macht Fehler und wird frustriert.

Bei stark Betroffenen sollte die Trainingsdauer z.B. auf 10 Min. verkürzt werden (Aufmerksamkeits-Spanne). In diesem Fall sind mehrere Sitzungen am Tag sinnvoll.

Therapiefortschritt

Der Therapiefortschritt wird automatisch gespeichert. Eine neue Sitzung wird in der Schwierigkeit fortgesetzt, in der die letzte Sitzung endete.

Verschiedene Ansichten über den Therapieverlauf bietet das Fenster “Ergebnisse” (Schalter unten im Fenster “Therapiemodule”).

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